Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

Internationaler Frauentag: Benachteiligung von Frauen auch in Thüringer Kommunen

„Der Internationale Frauentag soll die Errungenschaften der Frauenbewegungen in aller Welt ehren. Gleichzeitig dient der Tag dazu, auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam zu machen. Noch immer sehen sich Frauen in allen Teilen der Welt unterschiedlichsten Formen der Unterdrückung und struktureller Ungleichheiten gegenüber. Diese Benachteiligung ist auch in den Thüringer Kommunen anzutreffen“, erklären Sophie Erdmann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Stadtrat von Gotha, und Sascha Bilay, kommunalpolitischer Sprecher der LINKEN im Landtag.

Die Situation habe sich durch die anhaltende Corona-Pandemie zusätzlich verschärft. Frauen leisteten immer noch den größten Anteil von unbezahlter Care-Arbeit. Mädchen hätten seltener Zugang zu institutioneller Bildung, medizinischer Versorgung oder Arbeit außerhalb des informellen Sektors. Diese Probleme charakterisierten vornehmlich die Situation von Frauen im globalen Süden. „Doch auch in einem reichen Land wie Deutschland, mit dem Anspruch auf Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Bereichen des Lebens, zeigen sich strukturelle Defizite. Frauen sind häufiger von geringen Löhnen und damit auch von Altersarmut betroffen“, betonen die beiden Linkspolitiker:innen.

Besonders zeige sich mangelnde Gleichberechtigung und fehlende Diversität in den kommunalen Gremien. Bis heute zeichneten sich diese durch einen hohen Männeranteil aus. Wie Landtagsanfragen des Abgeordneten Bilay zeigten, sei der Anteil von Frauen in den Rathäusern sogar rückläufig. Während 2010 der Anteil der Bürgermeisterinnen bei mageren 17 Prozent lag, sank dieser im Vergleich zu 2020 nochmals auf 14,6 Prozent ab. „Es ist dringend notwendig, die Strukturen kommunaler Gremien zu reformieren, um es Frauen zu ermöglich, sich an politischen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die anstehenden Kommunalwahlen für die vielen ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeisters müssen dafür intensiv genutzt werden“, fordern abschließend Sophie Erdmann und Sascha Bilay.